Zuerst Anspruchsgrund, Betrag und Fälligkeit klären
Der Anspruch kann sich aus Vertrag, Dienstleistung, Kauf, Darlehen oder einem anderen Ereignis ergeben. Nach polnischem Recht sind nicht nur Betrag und Fälligkeit, sondern regelmäßig auch die eigene Vertragserfüllung zu beweisen. Grundsätzlich trägt die Partei die Beweislast für Tatsachen, aus denen sie Rechtsfolgen ableitet.
Eine Rechnung ist wichtig, reicht bei einem Streit aber nicht immer aus. Vertrag, Bestellung, Abnahme, Liefernachweis, Korrespondenz sowie eine Aufstellung von Zahlungen und Korrekturen können entscheidend sein.
- Hauptforderung, Zinsen und sonstige Kosten getrennt berechnen.
- Fälligkeit für jeden Teil des Anspruchs bestimmen.
- Einwendungen zu Aufrechnung, Mängeln oder Nichterfüllung prüfen.
Nächster Schritt
Wenn Sie Ihre Situation besprechen oder mögliche Lösungen prüfen möchten, wählen Sie eine der folgenden Optionen.
Zahlungsaufforderung, Verzug und Zinsen
Die Zahlungsaufforderung sollte Rechtsgrund, Betrag, Zahlungsfrist, Konto und Folgen der Nichtzahlung klar benennen. War die Leistungszeit weder vertraglich noch gesetzlich bestimmt und ergibt sie sich nicht aus der Art des Schuldverhältnisses, kann eine Aufforderung nach polnischem Recht für die Fälligkeit erforderlich sein.
Verzugszinsen hängen von Art des Rechtsverhältnisses und den Vereinbarungen ab. Ein einheitlicher Zinssatz oder Beginn darf nicht ungeprüft angenommen werden. Der Zugang des Schreibens sollte nachweisbar sein.
- Kosten nur mit geprüfter Rechtsgrundlage verlangen.
- Eine zur konkreten Leistung passende Frist setzen.
- Schreiben und Zustellnachweis aufbewahren.
Verjährung ist für den konkreten Anspruch zu prüfen
Für Forderungen nach polnischem Recht gilt keine einheitliche Verjährungsfrist. Dauer, Beginn und Berechnung hängen unter anderem von der Anspruchsgrundlage, der Stellung der Parteien und der Fälligkeit ab. Sondervorschriften können von der allgemeinen Regel des polnischen Zivilgesetzbuchs abweichen.
Eine gewöhnliche Zahlungsaufforderung ersetzt grundsätzlich keine Handlung mit gesetzlicher Wirkung auf den Lauf der Verjährung. Vor längeren Verhandlungen ist deshalb zu prüfen, ob rechtzeitig gerichtliche Schritte nötig sind.
Klage und Wahl des passenden Verfahrens in Polen
Eine Klage in Polen muss einen bestimmten Antrag, die anspruchsbegründenden Tatsachen, verfahrensrechtlich verlangte Angaben und Beweisanträge enthalten. Gerichtszuständigkeit und Gebühr richten sich nach Fallart, Streitwert und Sondervorschriften.
Ein polnisches Mahn- oder Urkundenverfahren kann bei erfüllten gesetzlichen Voraussetzungen in Betracht kommen. Es garantiert aber keinen schnellen Abschluss: Widerspruch, Einwendungen oder Streit über die Vertragserfüllung können zur weiteren Sachprüfung führen.
Vollstreckungstitel und tatsächliche Zwangsvollstreckung
Ein Urteil oder Zahlungsbefehl führt nicht automatisch zur Zahlung. Mit einem vollstreckbaren Titel wird in Polen der Gerichtsvollzieher beauftragt; bekannte Vermögensinformationen sollten angegeben werden. Der Erfolg hängt davon ab, ob pfändbare Konten, Einkommen, Forderungen, bewegliche Sachen oder Immobilien vorhanden sind.
Vor der Klage sollten Forderungshöhe, Kosten und bekannte Zahlungsfähigkeit gegenübergestellt werden. Vergleich oder Ratenzahlung können sinnvoll sein, sollten aber Anerkennung, Termine und Folgen erneuter Nichtzahlung klar dokumentieren.